Thesen – Einleitung

1. Was gibt es heute über die Revolution von 1917 zu sagen? Thesen.

Warum eine neue Diskussion zur russischen Revolution anfangen, wo es doch schon massenhaft Bücher gibt, man nehme nur die schön geschriebenen von Orlando Figes? Oder die von Altrichter oder Hildermeier, Rabinowitsch oder Carr? Oder die Illustrierte Geschichte der Russischen Revolution aus den Zwanziger Jahren?1 Der Gründe sind mehrere: einerseits befriedigen die meisten Bücher nicht, weil sie entweder aus liberal-kapitalistischem, sozialdemokratischem oder konservativem Blickwinkel geschrieben sind oder aus rechtfertigender kommunistischer Sicht, wo vieles fehlt oder auch direkt falsch dargestellt ist. Andererseits gibt es wegen der Archivöffnung in den 90er Jahren viele neue Einzelstudien, auch sozialhistorisch orientierte Überblicke, die neue Einschätzungen zu einer Reihe von wichtigsten Fragen enthalten oder ermöglichen. Und drittens werden historische Alternativen westlich kapitalistischer oder östlich-staatskapitalistischer Unterwerfung äußerst randständig behandelt. Über die Bedeutung der linken Sozialrevolutionäre*innen ist kaum etwas bekannt. Über sie sollten wir ebenfalls reden, weil sie die für Russland so wichtige Entwicklungspolitik radikal anders dachten und diesbezüglich auch heute noch wichtige Impulse liefern können. Und auch nötig machen, weil unser Politikverständnis längst nicht mehr dem kapitalistischen Fortschrittsfetisch hinterhereilt. Deswegen halten wir einiges davon, die Diskussion wieder aufzunehmen und wollen zu einem Neuanfang beitragen.

Wir brauchen eine neue Diskussion, die etwas mit den heutigen Sozialbewegungen zu tun hat, neue Fragen stellt und andere Anknüpfungspunkte bietet. Die meisten Autoren_innen schreiben heute für ein bürgerliches Publikum im Mainstream, vielleicht auch für heutige Entscheidungsträger oder für ehemalige Linke, die sich trösten lassen wollen. Aber radikale zusammenfassende Bücher gibt es 25 Jahre nach dem Ende des real existierenden Sozialismus nicht wirklich. Aus der Menge neuer Erkenntnisse zu den sozialen Bewegungen in der SU und zum durchgängigen Terror gegen die sozialen Aufbrüche und gegen die radikale Linke ergab sich kein neues Bild bisher, wurden kaum Synthesen versucht, die über die Feststellung bolschewistischen Terrors wesentlich hinausgingen.2 Der Stalinismus wurde immer noch nicht aus den speziellen Formen des Klassenkampfs in der SU hergeleitet, warum eigentlich nicht? Wo blieb die Dynamik der Revolution, die für uns heute die Prozesse greifbar macht und sich nicht am verfehlten ideologischen Ziel, am „Scheitern“ orientieren würde? Andererseits gibt es vor allem englischsprachige sozialhistorische Einzelstudien zu Hauf, die sehr genau sind; zusammengenommen erlauben die englischsprachigen Studien Einsichten, die weit über die Kritik des Bolschewismus in anarchistischen Berichten und Interpretationen zu Kronstadt und Machno und andere Aufstände gegen das Regime hinausgehen. Wir hatten ähnliches schon Anfang der 90er in der Materialien-Redaktion begonnen und weitreichende Thesen veröffentlicht; ein ziemlich dickes Heft, in dem es vor allem darum ging, das Ende der SU materialistisch zu interpretieren.3 Das Folgende hier ist eine Erweiterung, eine Untermauerung. Ursprünglich wollten wir hier Material zum Stalinismus zusammentragen, sind aber vorher steckengeblieben. Das Fehlende der 20er und 30er Jahre wird nachgeliefert, wenn die Umstände es erlauben.

Die Hauptthese lautet, dass die marxistisch-leninistische-Diktatur eine Antwort auf die ungeheure Stärke der Bauernautonomie und der mit ihr verbundenen gesellschaftlichen Kämpfe und Widerstandsformen war. Der herrschenden Macht ging es darum, die aus der sozialen Gegenmacht der Bauerngesellschaft kommende Sozialrevolution mit einer zentralistischen Form der Industrialisierung zu zerbrechen, und damit den lange fälligen und ersehnten Anschluss an westlichen „Fortschritt“, jedoch unter dem sozialistischen Vorzeichen des allgemeinen Wohls zu erkämpfen. Eigentlich ist es eine ziemlich simple Grundthese, vom sozialen Konflikt-Prozess auszugehen und nicht vom politischen, dennoch wird diese Vorgehensweise gerade von Linken selten gewählt, wahrscheinlich, weil die Ergebnisse nicht zum Schutzreflex in Hinsicht auf das sozialistische Modell passen. Man lese nur die Zusammenfassung über die Etappen des Kriegs gegen die russischen Bauern von Andrea Graziosi, die zeigen, dass der östliche Imperialismus in Hinsicht auf die ursprüngliche Akkumulation vor keiner Barbarei zurückgeschreckt war.4

Anlässlich der russischen Revolution vor 100 Jahren wollen wir also die Betrachtungsweise erweitern, die wir 1992 in den Materialien vorgestellt hatten: unsere Darstellung orientiert sich nicht am idealen Ziel eines Kommunismus, sondern am realen Sozialprozess der revolutionären Befreiung, also direkt am sozialen Antagonismus, am Klassenkampf im Staatskapitalismus. Wir werden auch die politische Alternative links von den Bolschewiki, die Partei der Linken Sozialrevolutionäre rehabilitieren; einmal mehr wollen wir den Friedensschluss von Brest-Litowsk als gemeinsame Einkreisung der Revolution durch Bolschewiki und deutsche Spitze charakterisieren, durchaus im Anschluss an damalige Einschätzungen der linksradikalen Mehrheit bei Bolschewiki und linken Sozialrevolutionären_innen.

Zusammengefasst die Ausgangsthesen:

  1. Methodisch verfolgen wir einen materialistischen Ansatz, der sich an sozialen Prozessen und/oder Bewegungen wie Bevölkerungswachstum und Migrationen, alltäglichen Kampfformen und Verhaltensweisen sowie an sozialen Aufbrüchen und Massenbewegungen orientiert. Was das noch mit marxistischer Tradition zu tun hat, die auf die Führungsrolle einer Klasse oder der Arbeiter_innenbewegung schaut? Theoretisch geht es um eine Kritik an der leninistischen Bestimmung des Massensubjekts der Revolution; aus unserer Sicht ist es nicht die Arbeiterklasse, sondern eine Gemeinsamkeit von Bäuerinnen und Bauern, Bauernsoldaten; und in der Stadt eine Doppeltheit von neu hinzugewanderten Bauernarbeiter*innen und einer Minderheit von Facharbeitern. Die Geschlechtszugehörigkeit oder körperliche Merkmale wie Hautfarbe oder kulturelle Merkmale wie Religionszugehörigkeit wird mensch heute als gesellschaftlich konstruierte Hierarchien mitbedenken. Es geht, einfach gesagt darum, die traditionelle Politikgeschichte der Russischen Revolution auf die Füße zu stellen und der Sozialgeschichte und ggf. Kulturgeschichte nachzuordnen.5 Das „Politische“ – die politischen Auseinandersetzungen in der Parteienlandschaft, Entmachtung der Sowjets und ähnliches, werden als resultierendes etatistisches Feld gesehen, auf dem die leninistische Gegenrevolution Bewegungen sozialtechnisch spaltete (Stadt und Land hauptsächlich) und gegeneinander ausspielte; ein Feld, in dem aus scheinbaren Notwendigkeiten heraus beispielsweise das „Umdrehen“ bzw. der „Einbau“ sozialrevolutionärer Inhalte und Symbole in die staatskapitalistische Despotie möglich wurde;
  2. Das soziale Subjekt, seine Kampfinhalte und sozialen Bewegungsformen bestimmten die Revolution – das sind Bäuerinnen und Bauern, Bauernsoldaten und die bäuerlich geprägten Arbeiter_innen in der Stadt. Sie haben aus einer sich gerade transformierenden Riesenkluft zum herrschenden Komplex heraus und in genügender quantitativer Stärke die Revolution zusammen mit einem Spektrum von politischen Militanten aus der radikalen Linken gemacht. Demgegenüber war die Taktik der Bolschewiki für den Radikalisierungsprozess nicht ursächlich. Schon gar nicht konnte eine einzelne Partei wie die Bolschewiki die revolutionäre Bewegung führen; das soziale Massensubjekt der russischen Revolution hatte seine ökonomische Grundlage vor allem in der familienzentrierten Selbstversorgungswirtschaft von Kleinbauern, die mit der Basis der antikolonialen Befreiungsbewegungen in den drei Kontinenten im 20. Jahrhundert zu vergleichen wäre; die „Arbeiter*innenklasse“ v.a. in Petrograd war flüssig und migrantisch und kehrte 1918 zu großen Teilen in die Herkunftsgebiete, die Dörfer zurück; vor allem wechselte sie aus den Fabriken in die Pendelmigration zur Versorgung gegen den Hunger. , Die besonderen Voraussetzungen der russischen Revolution sind der Zusammenprall
  • von uralter russisch-slawischer Bauernkultur der Eigentumslosigkeit,
  • vom rapiden Bevölkerungswachstum,
  • von der Massenmigration im neugeschaffenen Raum neuer Kommunikationen über Eisenbahn und Telegraphie und
  • von den Massierungen der Wanderarbeiter*innen in wenigen Großstädten

mit dem gesellschaftlichen Restrukturierungszwang und dem fabriktechnologischen Disziplinierungsangriff unter der Disziplinarglocke der alten Gesellschaft. Die höchsten Stufen des westlichen Know-How kombiniert mit Uraltstrukturen aristokratischer Herrschaft trafen auf die russischen Massen auf, zugespitzt und beschleunigt im Medium des Weltkriegs;

  1. Es gab einen politischen Höhe- und Wendepunkt 1917 in Gestalt der Oktoberrevolution. In ihr kulminierte die Tatsache, dass die sozialen Bewegungen eine Zeitlang Gebrauch von politischen Organisationen machen konnten, v.a. von den Bolschewiki, bis die Hauptkampfinhalte von Landverteilung, Ende der Repression und zaristischer Elitenmacht sowie Demobilisierung des Heeres durch die Bewegungen von unten autonom durchgesetzt waren. Gleichzeitig hatten die Kämpfe der Bauernarbeiter*innen in der Stadt die Machtverhältnisse in den Fabriken grundlegend verändert bis hin zur völligen Stillegung kapitalistischer Produktivität. Die Fabriken waren eine Zeit lang – bis Ende 1917 – zu Knotenpunkten der Aufstände gegen Kriegsdisziplin und kapitalistische Unterwerfung geworden. Diese temporäre Allianz als Erfolg politischer Führungs-Taktik (Lenins) gegenüber der Spontaneität der Klasse darzustellen, verkehrt die Gewichte um 180 Grad. Es waren die sozialen Bewegungen, die die Inhalte und Abfolge der revolutionären Dynamik bestimmten und der Politik ihren Stempel aufdrückten. Nach der Oktoberrevolution trennten sich die Wege, weil mit der Re-migration von Millionen von Soldaten und Arbeiter_innen in die Dörfer die städtische Kongruenz von politischer Führungskunst/Propaganda etc. und sozialer Militanz an ihr Ende gekommen war. Nun waren die Bewegungen den Neuordnungsmanövern der Bolschewiki durch eine Abspaltung von parteitreuen Kader_innen ausgesetzt. Die Fabrikkomitees waren durch Abwanderung der militantesten Arbeiter_innen geschwächt und wurden in der ungeheuren Versorgungsnot und bei Massenentlassungen zu Agenturen einer Redisziplinierung umgewandelt. In allen Hauptkampffeldern hatten die drei Bewegungsströme jegliche Herrschaft aus den Angeln gehoben und damit auch deren Funktionsweisen. In der ökonomisch verschärften Krise -der neue Staat konnte die Versorgung weder finanzieren noch organisieren – zogen sich die Bewegungen auf das soziale Sicherheitsnetz – die Dörfer – zurück und entfalteten einen neuen Antagonismus gegen das Migrationsregime, das die Versorgungsnetze der Bevölkerung kriminalisierte. Während sich auf dem Kongress zur Landverteilung Ende Januar 1918 noch die Partei der Linken Sozialrevolutionäre mit „Sozialisierung“ gegen „Verstaatlichung“ durchsetzen konnte, wurden in der gleichen Frage in den Fabriken die „syndikalistische“ Basisbewegung an den Rand gedrängt. Die Soldatenbewegung hatte sich durch Selbstdemobilisierung aufgelöst; so stand das Regime in der Kriegsfrage vor der Entscheidung, ob es auf dem internationalen Parkett dem deutschen Imperialismus nachgeben oder der sozialen Bewegung von unten vertrauen sollte; das hätte bedeutet, ohne Rückkehr zu Todesstrafe und Drill für eine Massenguerilla mit taktischen Rückzügen nach dem Vorbild von 1812 zu mobilisieren. Lenin entschied sich dagegen, weil er von einer staatskapitalistischen Modernisierungssicht her dachte, nicht aus der Sicht sozialrevolutionärer Befreiung. Er dachte in stockbürgerlichen Machtkategorien, die notwendigerweise in die Sackgasse führen mussten, schob das Argument der fehlenden Armee in den Vordergrund, hatte aber eine Friedenspolitik, die einen Seitenwechsel implizierte, mit Siemens und AEG im Sinn, was so auch von der deutschen Seite als Grund für mehrfache Stützung seiner Taktik beurteilt wurde. (Riezler- Protokolle) Die deutsche Seite stützte das bolschewistische Regime, weil es den Krieg sofort beenden würde und sich erkenntbar von den Westalliierten und deren Kriegszielen distanzierte. Mit einem solchen Regime als Verhandlungspartner konnte Deutschland sich Luft für die Fortsetzung des Kriegs im Westen schaffen. Im Ergebnis des Friedens von Brest-Litowsk im Frühjahr 1918 lieferten Lenin/Trotzki die Revolution in der Ukraine dem Imperialismus aus, setzten das kriegsökonomische Getreidemonopol des Staates gegen selbstorganisierte Verteilung durch und kriminalisierten die radikale Linke. Die Bauernrevolution und die Macht der werktätigen Klasse in den Betrieben wurde frontal angegriffen oder unterlaufen; mit Tscheka und Roter Armee wurden die Keimzellen für ein staatliches Inwertsetzungsregime aufgebaut, wobei die revolutionär aufgeladenen Zeichen und Insignien den Massen entwendet und verstaatet wurden: mit dem schon Ende 1917 einsetzenden unspezifischen Terror gegen die Konterrevolution wurde eine Komplizenschaft in der Nicht-Beachtung von Menschenrechten und eine Entwertung revolutionärer Ziele organisiert, deren Wunden bis heute nicht geheilt sind.
  2. Die geopolitische „Einkreisung des Sozialismus“ entschuldigt u. E. keine konterrevolutionären Unterdrückungsmaßnahmen des sowjetischen Kommunismus.

Die Einkreisung und die Bedrohungslage legitimierte die Errichtung einer staatskapitalistischen Erzwingungsmacht für die schnellstmöglichen Aufholjagd bei der Industrialisierung. Diese Doppeltheit gegen den Westen und gleichzeitig gegen die Klasse bestimmt die russische Politik auch heute; aber in dieser Doppeltheit einer staatskapitalistischen Industrialisierungsstrategie gegen die Klasse war sie auch unerklärter Partner des Kapitals im Westen, sein „feindlicher Bruder“ bei der Aufrechterhaltung des globalen Kapitalverhältnisses durch „divide et impera“. Der sowjetische Antiimperialismus war durch einen Führungs- und Kontrollanspruch gekennzeichnet, dessen anti-emanzipatorischer Charakter schon früh zu Tage lag; Emma Goldman hat die Sozialrevolutionärin Maria Spiridonova 1920 im Untergrund besucht und ihr Wissen über die leninistische Gegenrevolution in der radikalen Linken im Westen verbreitet; die Fakten konnte jede_r Linke auch damals schon wissen. In Berlin war der linke Sozialrevolutionär Isaak Steinberg aktiv und veröffentlichte dort seine tiefgreifenden Überlegungen zum staatlichen Terror ab 1923.6

 

* * *

Im Folgenden haben wir Szenen und Materialien zusammengestellt, die die obigen Thesen für eine Diskussion erläutern:

  • zu Migration und Arbeiter*innenkämpfen (Kap. 2);
  • zur massenhaften Verweigerung von Soldaten (Kap. 3);
  • zu weiblich geführten Aufständen im Krieg (Kap. 4);
  • zur Vertreibung der jüdischen Bevölkerung in Westrussland (Kap. 5);
  • zur Februarrevolution (Kap. 6);
  • zur Bauernrevolution 1917 (Kap. 7);
  • zum Verhältnis der Arbeiterautonomie bzw. Selbstbewaffnung in Petrograd zu den Bolschewiki und umgekehrt (Kap. 8);
  • zur Oktoberrevolution (Kap.9);
  • zur Aufsplitterung der sozialen Bewegungen nach dem Oktober, dem Wechsel des Massenkampfes auf das Terrain der Migration und zum Neuanfang der sozialen Kämpfe in der Stadt; (Kap. 10);
  • Schlussbemerkungen zur Frage eines doppelten Imperialismus und Alternativen.

 

1z.B. Orlando Figes, Die Tragödie eines Volkes. Die Epoche der russischen Revolution 1891 bis 1924, Berlin 1998 (engl. London 1996, dt. Taschenbuch 2008).

2Das russischsprachige Buch von Vadim Damier: Дамье В.В. СТАЛЬНОЙ ВЕК: Социальная история советского общества/ Age of steel. Social history of soviet society 1917-1991 by V.Damier kann im Internet heruntergeladen werden: https://libcom.org/

3Materialien für einen neuen Antiimperialismus Nr.4 (1992): Das Ende des sowjetischen Entwicklungsmodells. Beiträge zur Geschichte der sozialen Konfontationen mit dem sozialistischen Akkumulationskommando, Berlin, Göttingen: Schwarze Risse Verlag; Internet: http://www.materialien.org/worldwide/russia/Hartmann_Russ_Revol.pdf

4Andrea Graziosi (1996): The Great Soviet Peasant War. Bolsheviks and Peasants, 1917- 1933, Cambridge/ Massachusetts: Harvard University Press.

5Einem solchen Ansatz entspricht – bei gänzlich anderer Bewertung allerdings – die beste Darstellung in deutscher Sprache von Altrichter (1997): Rußland 1917, zu den Massenbewegungen einleitend: 259-261, allgemein: 88-94. Ich habe mich zunächst an den englischsprachigen Erstwerken der sozialhistorischen Forschung orientiert. Auf deutsch ist Altrichter zu empfehlen, besser als das Feuilleton von O. Figes. Hildermeiers beide Fundamentalbände zur russischen bzw. sowjetischen Geschichte sind ebenfalls unverzichtbar.

6Emma Goldman (1922, 1987): Niedergang der russischen Revolution. Berlin: Karin Kramer Verlag. Die Einschätzungen des ersten Volkskommissars für Justiz: Isaak Steinberg (1923, 1974): Gewalt und Terror in der Revolution, Berlin: Karin Kramer Verlag. Weitere Zeitzeugen-Berichte von Victor Serge oder Volin zirkulierten ebenfalls.